Blas & Tanzorchester

Das Blas- & Tanzorchester Kallenhardt wurde 1829 gegründet & trägt im Laufe eines Jahres viel zum
Gelingen der verschiedensten lokalen Veranstaltungen bei.
So spielen wir beim Karneval, Schützenfest, bei Prozessionen und sonstigen feierlichen Anlässen die
unterschiedlichsten Musikarten.
Unser Repertoir besteht aus Musikstücken der folgenden Kategorien:
° Choraele / Kirchenmusik
° diverse Konzertstücke
° Märsche
° Polkas
° Ouvertueren
° Solostücke
° Unterhaltungsmusik
° Walzer.
Um auf Schützenfeste Abends den unterschiedlichen Geschmäckern nachzukommen,
teilt sich dass Orchester in eine traditionelle & eine moderne Besetzung.
Diese moderne Besetzung trägt den Namen "BIGBAND", über diese können sie sich auf unseren
Internetseiten noch genauer informieren.
Die Zukunft eines Orchesters steht & fällt mit der Jugendausbildung.
Auch für diesen Bereich des Orchesters haben wir Seiten erstellt.
Wenn ihnen etwas an unseren Seiten nicht gefällt, oder sie sich sonst wie äussern möchten -
wir sind für alle Kritik offen, eine e-mail an den webmaster genügt.
Wir wünschen ihnen viel Spass auf unseren Seiten und hoffen, dass sie unsere Homepage
weiterempfehlen werden.
Über 120 Jahre im Dienst der Volksmusik
von Fritz Bamberg (Quelle: Heimatkalender 1981 des Kreises Soest)
Blasorchester Kallenhardt & Musikverein Sichtigvor mit PRO - MUSICA - Plakette ausgezeichnet.

Bundespräsident Carstens überreicht dem Dirigenten des Blasorchesters Kallenhardt, Herrn Theo Aust und dem ersten Vorsitzenden, Herrn Rudi Burg, am Sonntag "Laetare" 1980 die PRO - MUSICA - Plakette.
Am 03. Märzsonntag 1980 empfing die Delegation der Blasorchester Kallenhardt (Rüthen) aus der Hand des Bundespräsidenten Prof. Dr. Carstens in der Solinger Konzerthalle stellvertretend für 25 Musikvereinigungen aus der ganzen Bundesrepublik die PRO - MUSICA - Plakette für besondere Verdienste um die Volksmusik. Einem 2. Musikverein aus dem Kreis wurde zu gleicher Zeit diese hohe Auszeichnung zuteil: dem Musikverein Sichtigvor (Warstein).
Die Plakette wurde am 07. März 1968 von Bundespräsident Heinrich Lübke "als Auszeichnung für die Vereinigungen von Musikliebhabern, die sich in langjährigem Wirken besondere Verdienste um die Pflege des instrumentalen Musizierens und damit um die Förderung des Kulturellen Lebens erworben haben", gestiftet.
Geht man der Geschichte der beiden Musikvereine Kallenhardt & Sichtigvor nach, dann führt diese in die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts, in die Zeit, in der auch unsere Region von den napoleonischen Kriege arm geworden war & Revolutionen den industriellen & sozialen Wandel begleiteten. Man erfährt, dass in Kallenhardt (um 1830) & in Mühlheim (um1805) jeweils eine "Handvoll" musikfreudiger Männer die Musikkapelle gründete. Aus der mündlichen Überlieferung geht hervor, dass zu diesen Männern in Kallenhardt Franz Schmidt - "de greute Dolle" genannt, & Kasper Knickenberg zählten, in Mühlheim es vor allem die Brüder Schneider waren.
Natürlich musizierte man zunächst im eigenen Dorf & in der Nachbarschaft - spielte bei Hochzeiten auf & blies bei den Feldprozessionen Lieder & Choraele. Aber bald reichte das Aktionsfeld bis ins Sauerland & in den Soester Raum hinein.
Keine Frage, gerade auch bei den Festen der Schützenbruderschaften gaben die Männer aus Kallenhardt & Mühlheim / Sichtigvor den musikalischen Rahmen. In einem schriftlichen Protokoll aus dem Jahre 1848 (Revolutionsjahr): zum Beispiel heisst es, dass sich der Mühlheimer Musikmeister Bernhard Schneider gegen ein Entgeld von 22,00 Reichstalern - ohne Beköstigung - zur Übernahme der Festmusik mit sieben Musikern beim Schützenfest der Bruderschaft "St Peter und Paul" verpflichtete.
Beide Musikvereine hatten schon früh ihr spezielles Repertoire. Dazu gehörten auch die alten Tänze: Qudrille & Kegel. Einer der alten Taenze der Sichtigvorer Kapelle war der "Müller Schottisch". Sein Text, von den Tanzenden mitgesungen, lautet:
"Vui gott no Ollenmellerke taum Schuetzenfest.
De Moemme saggt, jek soll nitt gohn,
dann bloiw de ganze Muerle stohn,
Oin, twoi, drei!"
"Ollenmellerke" - Altenmellrich, hier waren es 1979 sage & schreibe 90 Jahre, dass die Sichtigvorer Musikkapelle zum Schützenfest aufspielte, (Wo gibt es das noch einmal?)
Wenn man über die Geschichte des Blas- & Tanzorchesters Kallenhardt spricht, kann die "Musikerfamilie" Aust ebenso wenig vergessen, wie man in Sichtigvor der Dirigenten Bernhard Schellewald, Wilhelm Schulte - Moselage, Josef Mester& Josef Bange dankbar gedenken muss.
Musikveteranen, die vor dem 1. Weltkrieg schon "dabei waren", berichten heute noch von ihrer Freude am Musizieren, die auch die Strapazen vergessen liess, wenn man erst kilometerweit zu Fuss zum "Spielort" gehen oder den Leiterwagen besteigen musste. Das "Spielgeld" betrug um die Jahrhundertwende für ein Schützenfest pro Musiker etwa 1en Taler (3,00 Mark)!
Auf solchen Idealismus baut auch heute noch der Volksmusikerbund, dessen Kreisverband Soest 1975 gegründet wurde.
In ihm hatten sich 1979 insgesamt 101 Vereine mit 3.315 Musikern zusammengefunden, 1.553 davon waren Jugendliche (47%) - ein hoffnungsvolles Zeichen!
Übrigens: Die Gründung eines Kreisjugendblasorchesters für den Kreis Soest ist geplant.
Aus dem Kreis Soest ist ausser den beiden o.g. Musikvereinen bisher nur das Tambourcorps Rüthen mit der PRO - MUSICA - Plakette ausgezeichnet worden (1979).
