Proberaum
Schützenstr. Nr. 5 => Unser Proberaum!
Jedes Orchester benötigt einen Probenraum, um dort seine Qualität zu steigern und um neue Stücke einzustudieren. Vor dem Krieg und während des Krieges fanden die Proben im Hause des Kapellmeisters Wilhelm Aust statt. Doch mit wachsender aktiver Mitgliederzahl wuchs auch das Interesse nach mehr Platz. Daher wurde von 1946 bis 1960 im Saal des Gasthofs Hellermann und anschließend bis zur Übersiedelung in die Turnhalle im Saal des Gasthofs Knippschild geprobt.
Die Turnhalle ist zur Zeit immer noch unser Probenraum, wobei wir seit Ende des Jahres 1999 damit beschäftigt sind, uns unsere eigene Existenz –einen eigenen Probenraum- aufzubauen; dieser Raum befindet sich in dem ehemaligen Bauhof der Stadt Rüthen neben der Feuerwehr in der Schützenstraße 5.
Anzumerken ist, dass dieses in Eigenleistung geschieht, was heißt, dass jeder Musiker Zeit investieren muss (pro Person 300 Arbeitsstunden), damit unser Traum in Erfüllung geht.
Nachdem alle Formalitäten geregelt wurden, begaben wir uns also im Februar 2000 an die Arbeit:
- 07. Februar 2000 - unser erster Arbeitseinsatz
Mit vielen Tatkräftigen Helfern begannen wir um 18:00Uhr uns die restliche Bodenfreiheit auf dem Dachboden zu schaffen; die alte Treppe wurde entfernt und alte Dachpfannen wurden weggeräumt. Anschließend wurde die Decke abgestützt, um für den nächsten Arbeitseinsatz alles startklar zu machen!
- Die Decke wurde mit einer Betonsäge eingeschnitten und mit Hilfe Vieler, und großer Motivation haben wir dann bis ca. 20:30Uhr die Öffnung für das Treppenhaus hergestellt –es wurde keiner von den Massen erschlagen!!
- Wir fertigten ein Geländer an, um uns bei der Arbeit zu schützen.
- Die ersten Steine für die Treppe und einen kleinen Raum wurden gesetzt.
- Wir stellten den Unterzug für die Treppe fertig und begannen mit dem Bau der Toiletten. Außerdem gab die Stadt uns an diesem Tag grünes Licht für die Verlegung der Gasleitung.
- Die Leitungen für die Gasheizung wurden verlegt.
- Die alte Wasserleitung wurde abgebaut und wir entfernten den Rest der Decke.
- Es wurde mit dem Ausstemmen und Einschalen der Treppe begonnen, wobei die Treppen am gleichen Tag betoniert wurde.
- Dann wurden innerhalb von vier Tagen die Stahlträger geschweißt, um sie den Tag darauf in den zukünftigen Probenraum zu bringen
- Anschließend wurde im Zeitraum von vier Tagen ein Stahlträger nach dem anderen aufgestellt, wobei der Mittelträger von einem Kran eingesetzt werden musste; danach wurden die Träger ausgerichtet
- Dann machten wir uns an die Raumabtrennung, so dass daraufhin isoliert werden konnte.
- Hiernach begaben wir uns an Innenausbau in Trockenbauweise (Ständerwerk & Rigips).
- Die Elektro- und Heizungsanlage wurde installiert.
- In den Toiletten wurden bereits die Fliesen gelegt.
- In nächster Zeit werden wir uns mit der Deckenverkleidung und dem Fußboden beschäftigen.
- Wir haben uns das Ziel gesetzt Ende diesen Jahres bis spätestens Anfang nächsten Jahres unser neues Domizil fertiggestellt und eingerichtet zu haben.
In unserem Proberaum gibt es folgende Räume:
EG:
- Abstellraum
- Zwei Toiletten
1.OG:
- Probenraum
- Regieraum
- Notenraum
- Versorgungsraum
- Flur
2.OG:
Vorteile des eigenen Probenraumes:
Ein eigener Probenraum bietet sehr viele Vorzüge für uns, die wir, in dem uns zur Zeit zur Verfügung gestellten Raum, nicht genießen konnten und können:
- Die Ausbildung (Theorie & Praxis) unserer NachwuchsmusikerInnen kann individuell an jedem Tag der Woche abgehalten werden und wir wären nicht mehr auf die Tage angewiesen, an denen uns die Turnhalle zugeteilt worden ist.
- Hinzu kommt, dass man sich in einem eigenen Probengebäude viel intensiver auf ein Konzert etc. vorbereiten kann, da es in Zukunft möglich ist mehrere Registerproben gleichzeitig abzuhalten.
- Bisher müssen wir vor jeder Probe das Schlagzeug aus dem Abstellraum in den dafür vorgesehenen Raum tragen, da dieser auch anderen Vereinen zur Verfügung steht und man sich daher arrangieren muss.
- Des weiteren kommt hinzu, dass unsere Instrumente, sowie Notenständer, Stühle etc. an einem angesetzten Probenwochenende und auch nach jeder Probe immer wieder weggeräumt werden müssen, was natürlich auch einen Zeitaufwand erfordert.
- Zudem platzt unser kleiner Abstellraum aus allen Nähten und mehr Platz wäre daher dringend erforderlich.
- Außerdem können das Mischpult und weitere Anlagen in Zukunft an Ort und Stelle aufgebaut bleiben, so dass „Big-Band Proben“ nicht immer eine halbe Stunde vorher anberaumt werden müssen, was zur Zeit leider noch Faktum ist.
- Und zu guter letzt: Was gibt es schöneres als ein eigenes Probengebäude, in dem man schalten und walten kann wie man möchte. Es ist ein Traum für jeden Musiker und sehr viele Orchester haben sich diesen schon verwirklicht, oder sind wie wir gerade dabei sich diesen zu erfüllen.
Teamwork und Aufwand - Schlüsselworte für einen Bau in Eigenleistung:
Es ist leicht gesagt, dass man gerne ein eigenes Gebäude zum Proben umbauen möchte. In die Realität umzusetzen ist dies jedoch nur mit Teamwork und enormen Aufwand, zeitlich und körperlich gesehen.
Wie viele Stunden hat bisher schon manch einer am Bau verbracht und geht trotzdem noch dorthin, obwohl er eigentlich längst seine Pflicht von 300 Stunden erfüllt hat. Das, was ihn aufrecht erhält zu arbeiten, ist unser gemeinsames Ziel. Und je mehr von uns mithelfen, desto schneller wird der Bau fertiggestellt. Auch wenn die Motivation nicht immer so hoch, so geht es doch ganz gut voran und nach jedem Tag, nach jeder Woche sieht man den Fortschritt.
Zu erwähnen ist auch noch, dass alle von uns arbeiten, studieren oder sich in der Ausbildung befinden. Selbst unsere Neuzugänge helfen im Alter von zwölf Jahren aufwärts tatkräftig mit.
Natürlich ist es offensichtlich, dass Freunde, Familie etc. zur Zeit etwas zurückstecken müssen, aber eigentlich haben alle Verständnis dafür, denn sie wissen ja, wozu der Aufwand dient und sie können unsere Fortschritte natürlich auch mal begutachten.
An dieser Stelle gilt unser Dank all denen, die uns tatkräftig unterstützt haben und unterstützen, sowie unseren Familien und Freunden. Unser Aufwand lohnt sich und hoffentlich können wir bald in unser neues Domizil einziehen.
